Alle meinen Ausflüge waren unter anderem deshalb möglich, weil die Natur mich mit tollem
Orientierungssinn beschenkt hat. Bis heute brauche ich keine Stadtpläne, auch wenn ich irgendwelche
Stadt zum ersten Mal besuche, und ihren Stadtplan nie zuvor gesehen habe. So ein tierischer Instinkt,
den man heutzutage durch GPS zu ersetzen versucht.1986 bin ich ausgewandert. Zunächst bin ich nach
Griechenland gefahren, wo ich 18 Monate verbrachte, und dann, im Jahre 1988 ließ ich mich in Kanada
nieder. Dort habe ich mit langen Reisen angefangen: mit dem Auto in den USA und Kanada, und dann per
Anhalter in Europa. 1991 bin ich zurück nach Polen gekommen.
Bis jetzt verbrachte ich insgesamt einige Jahre auf Reisen. Ich habe per Anhalter ca. 60.000 km
durchgefahren, davon 24.000 km in Australien, 4.000 km in Neuseeland und die übrigen über 30.000 km
in Europa, wo ich außer dem neu entstandenen Staat Kosowo alle Länder besucht habe. Auf den 6
Kontinenten habe ich 60 Länder besichtigt. Ich meide auch nicht das Gebirge, obwohl ich seit
Jahren gegen meine Höhenangst kämpfe, die ich nach wie vor zu überwinden versuche. Und so habe
ich 11 höchste Berge in verschiedenen Ländern bestiegen. In Europa habe ich den höchsten Berg
des Kontinents Mont Blanc erobert (4810 ü.d.M.), in Australien den Ko¶ciuszko Berg (2228 ü.d.M.),
und in Südamerika unter anderen den Aconcagua (6962 ü.d.M.) - den höchsten Gipfel in Argentina und
überhaupt in Südamerika, der zu der sogenannten Weltkrone gehört.
Während meiner Reisen haben mich oft nahestehende Freunde begleitet. Jedoch meistens reiste ich
allein durch die Welt. Allerdings treffe ich ständig tolle Leute unterwegs, mit denen ich viele
unvergeßliche Stunden, Tage und Abenteuer erlebt habe. Darunter gab es hunderte, die mir Vertrauen
schenkten, die mich von dem Weg mit eigenem Auto mitnahmen, und auch oft Übernachtung angeboten haben.
Dafür bleibe ich ihnen allen immer dankbar. Bei der Gelegenheit möchte ich meine Eltern erwähnen, die
mich immer in den Expeditionen unterstützen. Vor allem dank Ihnen konnte ich die Welt besichtigen.
Das werde ich nie vergessen. Vielen, vielen Dank.
Liebe Leser, vielleicht träumt ihr von solchem Schicksal? Doch bitte glaubt nicht, daß es so toll ist,
ein Reisender zu sein. Ryszard Kapu¶ciñski schrieb in seinem Buch „Die Reisen mit Herodot”:
„Es gibt ja so was, wie eine Reisenansteckung und es ist im Grunde genommen eine unheilbare Krankheit”.
Und ich stimme mit seiner Ansicht völlig überein. Alles hat seinen Preis. Es wird mir also nie gegeben
sein, eine Familie zu gründen. Der Aufenthalt zu Hause nach der Rückkehr von einer Reise bringt mir
zuerst Glück und Hochstimmung, dann aber kommt eine Zeit, dass ich Probleme habe, die Welt um mich
herum zu verstehen. Dazu kommen Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen (auch in kleinsten
Angelegenheiten), dann Unwohlsein, und zum Schluss Depression. Das ist der Preis, den ich für
das ständige Fernweh zahlen muss.
Ich möchte noch ein paar Worte über mich hinfügen. Sechs Jahre habe ich Yoga geübt. Seit 19 Jahren
bin ich Vegetarier, und seit 2001 faste ich einmal in der Woche. Vier Jahre später habe ich einen
Schweigetag dazu gelegt. So bin ich sonntags kein guter Gesprächspartner und keiner, mit dem man
gemeinsames Essen genießen könnte. Ausserdem habe ich in den letzten Jahren einige eigenartige
Ideen realisiert. Manche von ihnen habe ich in dem Teil
„Projekte” genauer beschrieben.
Ich lade Sie, geehrter Leser, herzlich zu meiner
Galerie ein, die übrigens arm an Beschreibungen ist, weil Schreiben – im Gegensatz zum Reden – meine Achillesferse ist.
Viele Grüße von der Reise!!!
Maciej Pastwa
Buenos Aires, 1 April 2010